Bluthochdruck Symptome: Der stille Killer erkennen

Bluthochdruck (Hypertonie) wird oft als “stiller Killer” bezeichnet - und das aus gutem Grund. Die Erkrankung verursacht meist lange Zeit keine spürbaren Beschwerden, kann aber schwerwiegende Folgen haben. Umso wichtiger ist es, die Bluthochdruck Symptome zu kennen und regelmäßig den Blutdruck zu kontrollieren.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Das Tückische an Bluthochdruck: Die meisten Betroffenen fühlen sich völlig gesund. Erst wenn der Blutdruck extrem erhöht ist oder bereits Organschäden vorliegen, treten deutliche Symptome auf. Deshalb wird erhöhter Blutdruck häufig nur zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.

Bluthochdruck Symptome im Überblick

Frühe Warnzeichen

Auch wenn Bluthochdruck oft symptomlos verläuft, können folgende Anzeichen auftreten:

  • Kopfschmerzen: Besonders morgens im Hinterkopfbereich
  • Schwindel: Vor allem beim Aufstehen
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Nasenbluten: Ohne erkennbare Ursache
  • Kurzatmigkeit: Bei leichter Belastung
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Rotes Gesicht: Besonders bei Anstrengung

Typische Bluthochdruck Symptome bei stark erhöhten Werten

Bei deutlich erhöhtem Blutdruck (über 180/120 mmHg) können auftreten:

  • Starke Kopfschmerzen: Pochend oder drückend
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sehstörungen: Flimmern, verschwommenes Sehen
  • Brustschmerzen oder Engegefühl
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Atemnot
  • Benommenheit
  • Angstgefühle

Symptome einer hypertensiven Krise (Notfall!)

Bei Werten über 180/120 mmHg zusammen mit diesen Symptomen sofort den Notarzt rufen:

  • Starke Brustschmerzen
  • Akute Atemnot
  • Neurologische Ausfälle (Lähmungen, Sprachstörungen)
  • Starke Kopfschmerzen mit Bewusstseinsstörung
  • Sehverlust

Blutdruckwerte verstehen

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Optimalunter 120unter 80
Normal120-12980-84
Hochnormal130-13985-89
Hypertonie Grad 1140-15990-99
Hypertonie Grad 2160-179100-109
Hypertonie Grad 3ab 180ab 110

Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben:

  • Systolisch (oberer Wert): Druck während der Herzkontraktion
  • Diastolisch (unterer Wert): Druck während der Herzerschlaffung

Ursachen für Bluthochdruck

Primäre (essentielle) Hypertonie (90-95% der Fälle)

Bei den meisten Betroffenen ist keine eindeutige Ursache feststellbar. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Hoher Salzkonsum
  • Stress
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Alter

Sekundäre Hypertonie (5-10% der Fälle)

Hier liegt eine erkennbare Ursache vor:

  • Nierenerkrankungen
  • Hormonstörungen (Schilddrüse, Nebennieren)
  • Schlafapnoe
  • Gefäßverengungen
  • Medikamente (Pille, Schmerzmittel, Kortison, Schnupfenmittel)

Risikofaktoren für Bluthochdruck

Nicht beeinflussbare Faktoren:

  • Alter (ab 35 Jahren steigendes Risiko)
  • Familiäre Vorbelastung
  • Geschlecht (Männer früher betroffen)

Beeinflussbare Faktoren:

  • Übergewicht (doppelt so häufig betroffen)
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung
  • Hoher Salzkonsum
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Chronischer Stress
  • Lärm

Langzeitfolgen unbehandelten Bluthochdrucks

Dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße und Organe:

  • Schlaganfall: Durch geschädigte Hirngefäße
  • Herzinfarkt: Durch verengte Herzkranzgefäße
  • Herzschwäche: Das Herz muss gegen erhöhten Widerstand pumpen
  • Nierenversagen: Durch geschädigte Nierengefäße
  • Augenschäden: Netzhautschäden bis zur Erblindung
  • Durchblutungsstörungen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Demenz: Durch verminderte Hirndurchblutung

Diagnose

Blutdruck messen

So messen Sie richtig:

  • 5-10 Minuten vorher ausruhen
  • Im Sitzen messen, Arm auf Herzhöhe
  • Nicht sprechen während der Messung
  • Passende Manschettengröße verwenden
  • Mehrmals messen (3 Messungen, letzte zählt)

Wann ist der Blutdruck erhöht? Von Bluthochdruck spricht man erst, wenn bei mehreren Messungen an verschiedenen Tagen Werte über 140/90 mmHg gemessen werden.

Weitere Untersuchungen

  • 24-Stunden-Blutdruckmessung: Erfasst Schwankungen
  • Blutuntersuchung: Nierenwerte, Blutzucker, Cholesterin
  • EKG: Herzrhythmus und eventuelle Schäden
  • Echokardiographie: Herzgröße und -funktion
  • Augenuntersuchung: Netzhautgefäße beurteilen

Behandlung von Bluthochdruck

Lebensstiländerungen (immer erste Maßnahme)

Ernährung:

  • Gewicht reduzieren (BMI unter 25 anstreben)
  • Salzkonsum reduzieren (max. 5-6 g täglich)
  • Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte
  • Wenig gesättigte Fette
  • Alkohol einschränken

Bewegung:

  • Regelmäßiger Ausdauersport (3-5x pro Woche, 30-45 Min.)
  • Geeignet: Walken, Schwimmen, Radfahren, Joggen
  • Krafttraining ergänzend

Stressmanagement:

  • Entspannungstechniken lernen
  • Ausreichend Schlaf
  • Work-Life-Balance

Sonstiges:

  • Rauchen aufgeben
  • Regelmäßige Blutdruckkontrolle

Medikamentöse Behandlung

Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen oder der Blutdruck sehr hoch ist:

Häufige Medikamentengruppen:

  • ACE-Hemmer: Erweitern die Blutgefäße
  • AT1-Blocker (Sartane): Ähnlich wie ACE-Hemmer
  • Betablocker: Senken Herzfrequenz und Blutdruck
  • Kalziumantagonisten: Entspannen die Gefäßmuskulatur
  • Diuretika: Harntreibende Mittel, senken Blutvolumen

Wichtig bei Medikamenten:

  • Regelmäßig und dauerhaft einnehmen
  • Nicht eigenmächtig absetzen
  • Nebenwirkungen dem Arzt melden
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Selbstmessung des Blutdrucks

Empfehlungen:

  • Validiertes Messgerät verwenden
  • Immer am gleichen Arm messen
  • Morgens und abends messen
  • Werte in Blutdrucktagebuch notieren
  • Zur Arztpraxis mitbringen

Besondere Situationen

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Erfordert besondere Aufmerksamkeit:

  • Niedrigere Grenzwerte
  • Engmaschige Kontrollen
  • Bestimmte Medikamente sind kontraindiziert
  • Präeklampsie als schwere Komplikation möglich

Bluthochdruck im Alter

  • Häufiger isolierte systolische Hypertonie
  • Vorsichtige Blutdrucksenkung
  • Sturzgefahr bei zu schneller Senkung
  • Individuelle Zielwerte

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf:

  • Bei wiederholt erhöhten Werten (über 140/90 mmHg)
  • Bei den oben genannten Symptomen
  • Zur jährlichen Vorsorge ab 35 Jahren
  • Bei familiärer Vorbelastung regelmäßig

Sofort zum Arzt oder Notarzt bei:

  • Blutdruck über 180/120 mmHg mit Beschwerden
  • Brustschmerzen
  • Plötzlichen Sehstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Starken Kopfschmerzen mit Übelkeit

Fazit

Bluthochdruck ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung. Da Bluthochdruck Symptome oft erst spät auftreten, ist regelmäßige Kontrolle entscheidend. Mit einem gesunden Lebensstil und - falls nötig - Medikamenten lässt sich der Blutdruck meist gut einstellen und schwerwiegende Folgeschäden vermeiden. Nehmen Sie erhöhte Werte ernst und handeln Sie rechtzeitig.